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Bilderfarm. Erst war es eine Idee, dann eine Faszination...
Alltägliches in neuem Licht erscheinen zu lassen, ist gar nicht so einfach. Die Macher von Bilderfarm schlagen sich Nächte um die Ohren, um bekannten Dortmunder Ansichten am Computer ein neues Äußeres zu verleihen.
Florianturm, Signal-Iduna-Park, U-Turm, RWE-Tower: Die Motive sind bekannt und doch verfremdet anders. Die bis zu zwei Meter großen Bilder decken die Palette von poppig-psychedelisch bis edel-metallisch ab.
... Poppig verfremdet bannen sie nun Lokalpatriotismus auf Aluminium - von der Reinoldikirche bis zur Westfalenhalle.
Von Mareike Weberink Es war früh am Morgen, an diesem bitterkalten Tag im April, als sich Sebastian Hosbach (28) und Adonis Ziemann (32) aufmachten, Dortmund im Bild festzuhalten. Als die Sonne über dem Florian, dem Hafen und der Reinoldikirche aufging, drückten die Hobbyfotografen auf den Auslöser. Doch damit nicht genug. Daheim am Computer ging die Arbeit erst richtig los: Die Motive wurden verfremdet. Herausgekommen sind Bilder von poppig-psychedelisch bis edel-metallisch. "Wir wollten Motive, mit denen sich die Menschen identifizieren können", sagt Sebastian Hosbach. "Doch mit dem gewissen Etwas."
Dieses Etwas bekommen die Bilder durch ihre Weiterverarbeitung: Entweder in Öl gemalt oder als Druck auf Aluminium. "Dabei war es uns wichtig, die Motive direkt auf das Aluminium zu bringen und nicht etwa bedruckte Folien aufzukleben", erklärt Hosbach. "So prägt die metallische Struktur das Bild mit." Durch UV-Strahlung wird der Druck auf den Aluminium-Platten regelrecht eingebrannt und so haltbar gemacht. Bis zu zwei Meter groß sind die Kunstwerke, die so entstehen. Unter dem Namen "Bilderfarm" vertreiben Hosbach, Ziemann und ihr Partner Sebastian Sommer (33) ihre Bilder nun.
Gelernt hat das Handwerk keiner der drei. Ziemann ist selbstständiger Finanzberater, Sommer Augenoptiker und Hosbach arbeitet als Reiseverkehrskaufmann. Aus der Fotografie als Hobby entstand Kunst im Nebenberuf. "Ich hab' schon immer viel fotografiert", sagt etwa Hosbach und untertreibt damit ein bisschen: Von einer 10-tägigen USA-Reise brachte er 1500 Fotos mit. Sebastian Sommer hatte schon immer den Hang zum Grafischen: "Wenn ich nicht Augenoptiker geworden wäre, wäre das auch ein Berufswunsch von mir gewesen", erzählt der 33-Jährige.
In nächtlichen Sitzungen saßen die Freunde zusammen, probierten so lange mit verschiedenen Techniken, spielten mit Farben und Verfremdungsmethoden, bis ihnen die Motive gefielen. Nach Dortmund reisten sie in die Nachbarstädte, fotografierten u.a. Bochum, Gelsenkirchen, Witten und zuletzt Motive auf Sylt.
Eine Auswahl der Objekte ist ab Oktober in Dortmund zu sehen. Die Deutsche Bank zeigt die Bilder ab dem 24. Oktober.
